Stadtgeschichte von Ingolstadt

Erdölraffinerie in Ingolstadt Aufgrund seiner Lage hat sich das Ingolstädter Becken wohl schon immer zur Besiedelung geeignet. Als bisher ältester Besiedlungsnachweis im engeren Stadtgebiet von Ingolstadt wurde ein kleines Gräberfeld aus der Frühbronzezeit (ca. 1.800 v.Chr.) vor dem Herzogskasten entdeckt, was auf eine Siedlung auf den Anhöhen oberhalb des damaligen Donau-Nordarms schließen lässt.

Der Hauptarm der Donau befindet sich bis zum Mittelalter noch weit im Süden an Stelle der heutigen Sandrach. An seinem Südufer entwickelt sich bei Zuchering (um 1000 v.Chr.) und Manching (im 2. und 1. Jh. v.Chr.) zwei bedeutende Siedlungen. Die Donau stellt schon seit jeher einen Knotenpunkt dar, dies belegen Funde, die auf Fernhandel entlang der Donau in Ost-West-Richtung sowie nach Norden und Süden entlang der Bernstein- und Salzstraßen hinweisen.
Die zahlreichen Münzenfunde lassen auf einen Haupthandelsweg entlang der Donau zu den Boiern in Böhmen und den Galliern in Burgund schließen. Salz kommt aus der Gegend von Reichenhall und über den Brenner bestehen Handelsbeziehungen zur römischen Republik.

Die erste urkundliche Erwähnung Ingolstadts ist aus dem Jahr 841. König Ludwig schenkt dem Abt Gozbald von Niederaltaich das Gebiet um das heutige Ingolstadt. Es besteht aus einem Herrenhof und 34 kleineren Höfen sowie zwei Kirchen. In den folgenden Jahrhunderten entwickelt sich eine zunächst lockere Streusiedlung von Höfen und Schuttermühlen, welche aber nicht dem Kloster, sondern meist dem Herzog unterstellt sind.

Mit dem Aussterben der Grafen von Bogen erben die Wittelsbacher Herzöge die Vogtei des Klosters Niederaltaich und erhalten somit die volle Macht über Ingolstadt. 1250 wird Ingolstadt zur Stadt erhoben und mit einer Mauer umschlossen. Bereits vor 1275 wird der Herzogskasten errichtet und in Ingolstadt erstmals Münzen geprägt. 1310 teilen die Herzöge von Oberbayern - Rudolph und Ludwig - ihr Land. Herzog Ludwig IV. der Bayer erhält u.a. Ingolstadt, was der Stadt sehr zugute kommt, da sie durch Ludwig Zentrum eines bayerischen Teilherzogtums wird und ihren Bürgern zahlreiche Rechte (Stadtrechtsbestätigung, Brückenzoll, etc) gewährt werden. Um 1360 muss, wegen einer starken Bevölkerungszunahme, eine neue, größere Stadtmauer gebaut werden. Sie besteht aus fast 100 kleinen Türmen ("Stadt der hundert Türme") und den 4 Haupttoren: Feldkirchnertor, Hardertor, Kreuztor, Donautor.

Seine größte politische Bedeutung erlangt Ingolstadt 1392-1447 als Teilherzogtum unter den Herzögen Stephan dem Kneißl und Ludwig dem Gebarteten. Durch sinnvolle Vermählungen der Kinder im internationalen Adelskreise fließt viel Geld nach Ingolstadt, wodurch der Bau der Oberen Pfarr (Münster) und des Neuen Schlosses ermöglicht wird. Nach dem Tode Herzog Ludwigs fällt das Herzogtum Bayern-Ingolstadt an die Landshuter Wittelsbacher. Diese errichten 1472 in Ingolstadt die erste bayerische Universität. Bayern wird 1505 unter den Münchener Herzögen wieder vereinigt.
1537 wird Ingolstadt zur Landesfestung erhoben und ein zweiter Befestigungsring um die Stadt gebaut. Im Jahr 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, belagert Gustav II. Adolf von Schweden Ingolstadt. Dabei wird sein Pferd getötet. Der "Schweden-Schimmel" ist heute im Stadtmuseum zu sehen und gilt als ältestes erhaltenes Tierpräparat Europas. Am 1. Mai 1776 gründet Adam Weishaupt in Ingolstadt den Bund der Perfekibilisten, der später als die Illuminaten bekannt wird.

Die zwischendurch ausgeweitete Befestigung wird 1800 von den Franzosen geschleift, jedoch von 1828 bis 1848 in ihrer zum Teil noch heute sichtbaren Anlage neu erbaut. 1808 Ingolstadt erhält einen Polizeikommissär. Damit untersteht die Stadt quasi unmittelbar der Regierung. Später bezeichnet man solche Städte als kreisfreie Stadt. Ingolstadt bleibt Festungsstadt bis ihr der Status von Hitler in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts aberkannt wurde. 1945 wird Ingolstadt nach Kapitulation des Kommandanten von den Amerikanern besetzt.

1948 beginnt die Auto-Union mit der Produktion von Fahrzeugteilen. Die Deutsche Shell AG eröffnet 1963 als erste der bayrischen Raffinerien ihre Anlage, im gleichen Monat folgt die Esso AG, damit wird Ingolstadt wichtiger Raffineriestandort. Bei der Gebietsreform 1972 wird der Landkreis Ingolstadt aufgelöst. Die Stadt selbst bleibt aber kreisfrei und wird durch Eingemeindungen erheblich vergrößert. Im Juni 1989 ist Ingolstadt Großstadt, die amtliche Einwohnerzahl steigt über 100.000

2000 begeht die Stadt ihr 750jähriges Bestehen, Ingolstadt feiert dieses Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, deren Höhepunkt ein historischer Festzug mit fast 3.000 Teilnehmern und rund 100.000 Zuschauern ist. Im November 2001 beschließt der bayerische Landtag die Änderung von landesplanerischen Richtlinien für die Errichtung eines Factory Outlet Centers (FOC), wodurch nach jahrelangen Bemühungen nun der Weg geebnet ist für die Ansiedlung eines FOCs in Ingolstadt